EuGH entscheidet zu Gunsten der Anleger von "Schrottimmobilien"

Am 26.10.2005 fällte die zweite Kammer des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) in Luxemburg ein Urteil mit großer Tragweite für alle Bürger, welche in den letzten Jahren ein Darlehen zur Finanzierung einer Immobilie oder eines Immobilien-Fonds abgeschlossen haben. Anleger, welche bei einer Bank einen Kredit aufgenommen haben und diesen nicht in den Räumlichkeiten des Kreditinstitutes unterschrieben haben, erhalten nun gute Chancen, den Vertrag zu annullieren, falls im Kreditvertrag nicht ausdrücklich auf ein Wiederrufsrecht nach dem Haustürgesetz hingewiesen wurde. Das ist nicht selten der Fall, denn oft waren es Freunde oder Versicherungsmakler, die am Wohnzimmertisch zu einem Steuer sparenden Anlagemodell geraten und auch gleich einen Kreditvertrag aus der Tasche gezogen hatten. Für den EuGH ist schon seit einem Urteil aus dem Jahr 2002 klar, dass es sich hierbei um ein klassisches Haustürgeschäft handelt. Bisher musste jedoch der Kreditnehmer beweisen, dass die Bank wusste, dass das Darlehen in einer Haustürsituation, sprich außerhalb ihrer Geschäftsräume abgeschlossen wurde. Das ist mit dem neuen Urteil vom Tisch. Der Kreditnehmer hat jetzt beste Chancen, seinen ungeliebten Kredit, den er meist zur Finanzierung einer Mietwohnung in den neuen Bundesländern aufgenommen hatte, annullieren zu lassen.

Jedoch hängt es von einigen Faktoren ab, ob dem einzelnen Anleger ein Wiederrufsrecht zusteht. Daher ist es auf jeden Fall zu empfehlen sich individuell von einem Anwalt dahingehend beraten zu lassen, ob eine Haustürsituation vorlag und somit ein Wiederrufsrecht besteht. Unabhängig vom Gegenstandswert kostet eine anwaltliche Erstberatung rund 200 Euro.

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